Hand Handchirurgie
Ellenbogen Tennisellbogen
Häufig
operiert werden durch den Spezialisten für den Bewegungsapparat
(Facharzt
für orthopaedische Chirurgie) an der Hand und am Handgelenk:
Einfache
Radiusfraktur (Nicht verschobener Knochenbruch)
Das häufigste Problem am Handgelenk
ist die Radiusfraktur (Handgelenksbruch). Je nach Bruchart, welche im Röntgenbild
festgestellt wird, kann mit einem Gipsverband oder einer Schiene
behandelt werden. Oft sind dann weitere Röntgenkontrollen notwendig
um festzustellen, ob die Knochenfragmente (Knochenbruchstücke) sich
nicht verschoben haben.
Dislozierte Radiusfraktur
(verschobener Knochenbruch)
Eine Radiusfraktur (Handgelenkbruch), bei
welcher der Knochen stark gestaucht worden ist, oder wo die Knochenfragmente
(Bruchstücke) stark verschoben sind, wird meist mit einem speziellen
Handgelenksfixateur stabilisiert. Es kann dann nach Reposition der Fraktur
(Einrichten des Bruchs) der entstandene Knochendefekt mit eigenem Knochen
oder mit Kunstknochen aufgefüllt werden. Manchmal kann es notwendig sein
den Bruch mit einer speziellen Metallplatte zu verschrauben.
Bandrisse, Knorpelabscherung,
Gelenkkörper am Handgelenk
Das Handgelenk kann mit speziell dafür
geschaffenen Instrumenten auch arthroskopiert (gespiegelt) werden, wie
die grossen Gelenke. Bei der Handgelenksarthroskopie kann einerseits der
Gelenkknorpel (Ueberzug des Knochens auf der Gelenkfläche) beurteilt
und in seltenen Situationen auch behandelt werden. Es können abgesplitterte
Knorpelstücke bei derArthroskopie entfernt werden, damit diese nicht
mehr einklemmen.
Ganglionexcision
Am Handgelenk kann häufiger
als an anderen Gelenken ein Gelenkganglion auftreten. Es handelt sich um eine Art Ausstülpungen der
Gelenkhaut aus dem Gelenk. Es findet sich dabei ein sich prall anfühlender Höcker,
welcher sich meist nicht oder kaum verschieben lässt. Dieser Höcker kann dorsal (auf dem Handrücken)
oder volar (über den Sehnen auf der Seite des Handtellers) auftreten.
Wenn ein solches Ganglion Schmerzen verursacht oder über längere Zeit besteht, kann es
exzidiert (ausgeschnitten)
werden. Ausser bei Schmerzen kann auch das Grösserwerden der Grund sein,
dass ein solches Ganglion entfernt wird.
Operation bei
Carpaltunnelsyndrom (Einengung eines Nerven)
Ein häufiges Leiden an der Hand ist
das sogenannte Carpaltunnelsyndrom (CTS). Bei diesem Leiden schlafen oft
in der Nacht die Finger, besonders Daumen und Zeigfinger ein. Es kann auch
vorkommen, dass wegen der Gefühlsstörung und einer ebenfalls
vorkommenden Muskelschwäche festgehaltene Gegenstände aus der
Hand fallen. Der Medianusnerv wird bei diesem Leiden unter dem Ligamentum
carpi transversum (einem Band auf der Beugeseite des Handgelenks) eingeengt.
Dieses Band kann dann durch eine Operation gespalten werden, sodass der
Tunnel, in dem der Nerv verläuft wieder grösser wird. Hat der
Nerv wieder genügend Raum, kann er sich erholen und die Gefühlsstörung
wie auch die allfällig vorhandene Muskelschwäche bessert wieder.
Operation des
Triggerfingers (schnellender Finger)
Der Triggerfinger oder schnellende Finger
ist ein häufiges Leiden. Es kann der Daumen oder fast ebenso
häufig der Mittelfinger betroffen sein. Eine Sehne kann sich unter
dem sogenannten Ringband nicht mehr frei bewegen und hängt dann
an. Wird dann der Finger weiter gestreckt, schnellt er dann plötzlich
in die Streckstellung. Dieser Vorgang ist oft schmerzhaft. Durch eine Spaltung
des Ringbandes kann die Sehne wieder befreit werden.
Als
Alternative zur Operation kann oft auch mit einer Kortisonspritze welche
gerade neben die Sehne unter das Ringband gespritzt wird auch eine gute
Besserung erzielt werden. In einer Studie wo die Wirkung bei Patienten mit
Zuckerkrankheit mit Patienten ohne Zuckerkrankheit verglichen worden sind
zeigte sich bei Nichtdiabetikern nach einer Spritze eine Erfolgsrate von 76 %.
Wenn die Patienten welche nach einer zweiten Spritze eine gute Besserung der
Beschwerden erzielen konnten war die Erfolgsrate sogar 86 %.
Literatur "Corticosteroid Injection
in Diabetic Patients with Trigger Finger" J Bone Joint Surg Am.
2007;89:2604-11.
Operation der
Rhizarthrose
(Arthrose des Gelenks zwischen dem Mittelhandknochen
des Daumens und der Handwurzel)
Die Rhizarthrose ist bei Personen im mittleren
bis höheren Alter sehr häufig. Das Gelenk zwischen dem
Mittelhandknochen des Daumens und dem Trapezium (einem der Handwurzelknochen)
wird durch den Schlüsselgriff (Greifbewegungen zwischen Daumen und
Zeigfinger) oder durch den Flaschengriff (Griff zwischen Daumen und
allen anderen Fingern) sehr beansprucht und deshalb abgenutzt. Können
diese Greifbewegungen nur noch unter Schmerzen kraftlos ausgeführt
werden, können verschiedene konservative (nicht operative) Massnahmen
durchgeführt werden. Wird dadurch keine Besserung erzielt oder hält
die Wirkung zu wenig lange an, gibt es die Möglichkeit einer Operation.
Es wird dabei ein Teil oder das ganze Trapezium (einer der
Handwurzelknochen) entfernt und der Zwischenraum mit einer Sehne als Platzfüller
und Stabilisator aufgefüllt. Dabei wird die Sehne wie eine Sardelle
aufgerollt, sodass manchmal auch von einer Sardellenplastik gesprochen
wird. Am Anfang muss nach der Operation das Gelenk von aussen mit Gips
und später eventuell mit einer Bandage stabilisiert werden. Es kann
nach einer solchen Operation im Laufe von etwa drei Monaten mit einer deutlichen
Schmerzbesserung und einer besseren Funktion gerechnet werden. Der ganze
Erfolg in Bezug auf Schmerzen und Funktion tritt erst etwa 6 Monate nach
der Operation ein.
Eine etwas einfachere Methode wurde im Jahre
2005 in den Operationsanleitungen "Surgical Techniques"
publiziert.
Literatur:
Gabriele
Kriegs-Au et al "Ligament Reconstruction with or without Tendon
Interposition to Treat Primary Thumb Carpometacarpal Osteoarthritis"
J Bone Joint Surg Am. 2005 87A-Supplement 1 page 78-85
Kahnbeinbruch
(Fraktur des Os scaphoideum)
Die
Knochenbrüche des Os scaphoideum (Os naviculare oder Kahnbein) gehören zu den Frakturen welche
nicht selten bei der ersten Konsultation nach einem Sturz auf die Hand nicht
gleich diagnostiziert werden. Wenn nach einer "Verstauchung" des
Handgelenks Schmerzen bestehen beim Aufstützen mit der Hand muss nochmals
untersucht werden. Wenn der Arzt einen Druckschmerz in der sogenannten
Tabatière (Vertiefung zwischen den Sehnen in der Verängerung des Daumens am
Ende der Speiche) findet dann wird er nochmals ein Röntgenbild
anfertigen.
Muss eine
Fraktur des Os scaphoideum (Os naviculare) immer verschraubt werden ?
Verschraubt
wird der verschobene Kahnbeinbruch da der Bruch sich ohne zu öffnen nicht
richten lässt. Wenn ein solcher Bruch nicht behandelt wird resultiert über
die Jahre eine Arthrose im sogenannten Radiocarpalgelenk weil die Kongruenz
nicht mehr gegeben ist und an gewissen Stellen dadurch auf die Knochenpaarung
ein hoher Druck einwirkt.
Bei
einer nicht dislozierten Fraktur des Os scaphoideum (nicht verschobener
Kahnbeinbruch) wurde früher oft auch eine Verschraubung durchgeführt in der
Meinung es könnte dann im Unterschied zur Gipsbehandlung eher eine Heilung
erzielt werden und weil kein Gips angelegt werde könnte dann später auch
besser bewegt werden.
Nun
konnte mit einer seriös durchgeführten Vergleichsstudie (Therapeutic Level I
study) durch die Universität Uppsala gezeigt werden dass das Gegenteil
der Fall ist. Die Patienten welche mit Gips behandelt worden sind hatten eine
Heilungsrate von 100 %. Die Zuteilung ob verschraubt oder mit Gips behandelt
wurde erfolgte randomisiert, das heisst nach dem Zufallsprinzip. Die mit
Verschraubung behandelten 53 Patienten hatten bei der Nachkontrolle
signifikant häufiger eine Arthrose zwischen dem Os scaphoideum (Kahnbein) und
dem Os trapezium (Vieleckbein). Die mit Gips behandelten 42 Patienten
konnten auch etwas besser bewegen und hatten mehr Kraft beim Zupacken mit der
halb geschlossenen Hand.
Literatur: Bertil Vinnars et
al "Nonoperative Compared with Operative Treatment of Acute
Scaphoid Fractures" A Randomized Clinical Trial. J. Bone Joint Surg Am.
2008;90:1176-85.
Zu beachten ist,
dass die meisten Operationen an der Hand mit einer sogenannten Blutsperre
ausgeführt werden müssen, um die Anatomie gut erkennen zu können.
Damit eine solche Blutsperre (mit einer Art Manschette wie für die
Blutdruckmessung) gemacht werden kann, muss der ganze Arm schlafen. Dies
wird erreicht mit einem Nervenblock oder mit einer Narkose. Nur wenige
Operationen an der Hand können in einer Lokalanästhesie ausgeführt
werden.
Ellenbogen
Tennisellbogen Sulcus ulnaris Syndrom
Operation der
Nerveneneinklemmung am Ellenbogen (Sulcus ulnaris Syndrom)
Wenn die Aussenseite der Hand und der
Kleinfinger bei Berührung taub sind oder an dieser Stelle und oft bis in den
Unterarm ein Schmerz auftritt könnte der Nerv (nervus ulnaris) im Bereich des
Ellenbogens eingeklemmt werden. Der Nerv muss dort einen Knochenkanal
passieren und kann dadurch gereizt werden. Es können sich Narben um den
Nerven bilden. Es gibt nun zwei Operationsmethoden wie der Nerv vom Reiz
befreit werden kann.
Bei der Neurolyse werden einengende
Gewebe um den Nerven durchtrennt und der Nerv wird Knochenkanal am
Ellenbogen (im Sulcus nervi ulnaris) belassen. Allfällige
Knochenvorsprünge oder Rauhigkeiten am Knochen werden geglättet.
Bei der Verlagerung des Nerven wird dieser aus
dem Knochenkanal herausgelöst und neben dem Kanal (etwas weiter zum Körper
hin) unter den Muskel oder unter die Haut verlagert.
In einer Zusammenfassung der vier an
sorgfältigsten durchgeführten wissenschaftlichen Arbeiten wurden die beiden
Methoden verglichen. Es zeigte sich kein besseres Ergebnis wenn der Nerv
zusätzlich zur Neurolyse auch gleich noch verlagert werde.
Literatur "Anterior Transposition
Compared with Simple Decompression for Treatment of Cubital Tunnel
Syndrome" J Bone Joint Surg Am. 2007;89:2591-8.
Die Rhizarthrose
(Arthrose im Daumensattelgelenk)
Die Rhizarthrose ist bei Personen im mittleren bis
höheren Alter sehr häufig. Das Gelenk zwischen dem
Mittelhandknochen des Daumens und dem Trapezium (einem der Handwurzelknochen)
wird schmerzhaft und ist oft geschwollen. Mit der
Daumenkuppe kann oft der Kleinfinger nicht mehr erreicht werden oder der Daumen
kann nicht mehr abgespreizt werden.
Operation bei
Rhizarthrose (CMC I Arthrose)
Bei der Operation (Eping Plastik) wird das
Trapezium ganz oder zur Hälfte entfernt und anstelle des entfernten Kochens
wird eine Sehne aufgerollt und eingesetzt. Ob das ganze Trapezium entfernt
werden muss wird anhand des Röntgenbildes entschieden. Zeigt das Gelenk
zwischen Trapezium und Scaphoid (Kahnbein) auch eine Arthrose wird das ganze
Knöchelchen entfernt. Das Problem der operativen Behandlung ist nicht die
Operation selbst, sondern die langweilig lange Nachbehandlung mit Gips und
Schiene.
Bei der Operation wird die Sehne durch ein Bohrloch im Mittelhandknochen
geführt, womit das Gelenk stabilisiert wird. Das Ende der Sehne wird dann
aufgerollt um den Platz des entfernten Kochens einzunehmen. Die Nachbehandlung
bedingt einen Gips für 6 Wochen und dann eine Daumenschiene für weitere
sechs Wochen. Die Schmerzen können in der Regel mit dieser Operation gut
gebessert werden. Die Kraft beim Schlüsselgriff und beim Flaschengriff
erreicht in der Regel etwa die Hälfte einer gesunden Hand. Die Operation
kommt somit für diejenigen Patientinnen in Frage, welche wegen der Schmerzen
nicht mehr so viel Kraft aufbringen können.
Operationen am Fuss
Hallux valgus
Häufig operiere ich die Fehlstellung der
Grosszehe (Hallux valgus). Beim Hallux valgus schaut
die Grosszehe übermässig stark nach der Aussenseite des Fusses. Durch die
Fehlstellung wird das
Grundgelenk der Grosszehe falsch belastet. Störend wirkt oft der Druck des
Schuhs auf den Grosszehenballen respektive den Knochenvorsprung (Pseudoexostose)
auf der Innenseite des Fusses . Der
Fuss ist dabei meist ohnihin schon verbreitert durch den Spreizfuss und passt
nur noch in einen gross geschaffenen Schuh. Sie finden unten Zeichnungen zu
den Halluxoperationen. Sie können auch Fotos zur Operation sehen unter
www.orthopaedie-zuerich.info/4906.html
Abb. 1: Normaler Fuss

Normaler Fuss, keine Pseudoexostose, keine Fehlstellung der Grosszehe
Der Schuh drückt nicht auf den Knochenvorsprung (Pseudoexostose) und das
Grosszehengrundgelenk wird nicht fehlbelastet weil die Grosszehe nicht nach
der Aussenseite des Fusses schaut.
Abb. 2: Spreizfuss mit Hallux valgus


Der Fuss ist verbreitert, es bildet sich eine Pseudoexostose
(Knochenvorsprung). Die Grosszehe zeigt nach der Aussenseite des Fusses
(Fehlstellung der Grosszehe).
Der Schuh drückt auf den Knochenvorsprung (Pseudoexostose) und das
Grosszehengrundgelenk wird fehlbelastet weil die Grosszehe nach der
Aussenseite des Fusses schaut. Wegen der Fehlstellung der Grosszehe bildet sich mit der Zeit
eine schmerzhafte Arthrose (Abnutzung des Gelenks).
Abb. 3: Korrektur des Spreizfusses durch sog.
Basisosteotomie des Metatarsale I (Schnitt in den Mettelfussknochen)


Auf dem linken Bild sehen sie wo der überstehende Knochen am
Grosszehenballen abgetrennt wird. Das entfernte Knochenstück wird zu einem
Dreieckkeil geschnitten. Auf dem Bild rechts wird gezeigt, wie ein Spalt im
Mittelfussknochen aufgeweitet wird und wie der Keil dann zur Richtugsänderung
des ersten Mittelfussknochens verwendet wird.
Abb. 4: Korrektur des Spreizfusses durch
sog. Chevron - Osteotomie des Metatarsale I (Schnitt in den Mittelfussknochen
hinter dem Mittelfussköpfchen und verschieben desselben nach der Aussenseite)

Die Abbildung oben zeigt wie der Fuss durch das Verschieben des Köpfchens
des ersten Mittelfussknochens nach der Aussenseite und durch Entfernen des
Knochenvorsprungs verschmälert wird. Diese Operation wird oft mit der weiter
oben (Abb. 3) gezeigten Basisosteotomie kombiniert.
Eine Nachuntersuchung von 112
Patienten welche mehr als 10 Jahre früher nach der oben beschriebenen Methode
wegen Hallux valgus operiert worden sind zeigte dass die einmal erreichte
Korrektur erhalten werden konnte. Der Winkel welchen die Grosszehe mit dem
Mittelfussknochen bildete (Hallux valgus Winkel) war vor der Operation 27 Grad
und im Durchschnitt 12.7 Jahre nach der Operation immer noch 14 Grad.
Literatur: W. Schneider et al. "Chevron
Osteotomy in Hallux Valgus" Ten Years Results of 112 Cases. J. Bone Joint
Surg B 2004;86-B:1016-1020
Hallux rigidus
Sie
finden Fotos zur Operation des Hallux rigidus unter www.orthopaedie-zuerich.info/4906.html
Weitere
Informationen zu Hallux valgus,
Hallux rigidus, Hammerzehe und Krallenzehe
bekommen Sie in der Praxis Dr. med. Anton Stadelmann, Facharzt für
orthopädische Chirurgie, Stadelhoferstrasse 38 (zwischen Bellvue und Bahnhof
Stadelhofen)
Telefon
044 262 01 62
Am Telefon begrüssen Sie Frau Gross oder Frau Weber

Diese Webseite ist weiter im Aufbau, sie werden
in Zukunft weitere Erklärungen zu allen wichtigen Operationen
erhalten.
Zunehmend wird auch mittels Skizzen und Zeichnungen gezeigt, wie
die Operationen ausgeführt werden.