Praxis Dr. Stadelmann
ORTHOPÄDISCHE CHIRURGIE
Dr. med. Anton Stadelmann
Stadelhoferstrasse 38 - 8001 Zürich - Tel. 044 262 01 62 
dr.stadelmann@bluewin.ch





 
 Sportverletzungen:

Als orthopädischer Chirurge bin ich mit den Verletzungen des Bewegungsapparates bestens vertraut. Es handelt sich bei den Sportverletzungen um Verletzungen, wie sie sonst im Alltag auch auftreten. Es sind Knochenbrüche, Bänderrisse, Knorpelverletzungen, Meniskusrisse, Muskelrisse, Sehnenrisse, Quetschungen. 

Die Behandlung kann je nach Verletzung  eine Operation, eine Ruhigstellung mittels Gipsverband,  angepasste Schiene, Klebverband (Tape) oder  Zinkleimverband erfolgen. Viele Verletzungen können auch funktionell behandelt werden, dies erfordert aber in der Regel eine genaue Instruktion wie gezielt bewegt und mit Hilfe der Muskeln stabilisiert werden kann. 

Die Operationen, welche bei Sportverletzungen durchgeführt werden, finden sich unter den entsprechenden Körperregionen. 

Sportverletzungen können oft sehr präzise diagnostiziert werden, weil dem erfahrenen Orthopäden die für die jeweilige Sportart typischen Verletzungsmuster bekannt sind. 

Rollerskaten und Schwimmen gehören zu den Sportarten mit wenig Verletzungsgefahr wenn 

- beim Skaten die Knie  Ellenbogen und Hände geschützt sind. 

- beim Schwimmen in der Maggia beachtet wird, dass der Wasserspiegel plötzlich stark ansteigen kann.  

 

Ich werde in nächster Zeit hier noch mehr typische Sportverletzungen vorstellen. Es gibt nicht nur          den den Meniskusriss, die Werfer-Schulter, den Tennisellbogen, den Golferellbogen, den Skidaumen, den Volleyballfinger und das jumpers knee! 

 

Es gibt zum Beispiel den Werfer - Ellenbogen

Während der ersten Phase der Wurfbewegung also dem Hochheben des Armes und Beugen des Ellenbogens wird der Ulnarisnerv bis 12 mm in die Länge  gezogen. Dies kann bei häufiger Wiederholung zu einer Schädigung des Nerven führen. Es konnte auch gezeigt werden, dass häufiges Werfen zum Beispiel als "pitcher" beim Baseball auch öfter zum Werferellenbogen (Sulcus ulnaris Syndrom oder "cubital tunnel syndrome") führt. Ausser der Streckung des Ulnarisnerven durch die Bewegung, wird dieser auch vom heraustretenden Muskelbauch des Triceps aus dem knöchernen  Kanal auf der Innen- und Hinterseite des Ellenbogens (beim sog. Narrenbein) verdrängt (subluxiert).  

Lit. Mitsuhiro et al "Strain on the ulnar nerve at the ellbow and wrist during trhowing motion " in Journal of bone and joint surgery 87A-2508ff (2005).

 

Es gibt zum Beispiel den Leistenschmerz im Sport

Bei Leistenschmerz denke ich nach Ausschluss eines Leistenbruchs in erster Linie an ein Hüftproblem. Bei jungen Athleten wird es sich kaum um eine Arthrose handeln. Schon eher könnte ein sogenanntes Impingement der Hüfte vorliegen. Wir kennen bei der Schulter seit 1974 eine Impingementsymptomatik, welche oft durch spezifische Uebungen gebessert werden kann. Bei der Hüfte geht es nicht wie bei der Schulter in erster Linie um eine Muskeldysbalance (Ungleichgewicht der verschiedenen Muskeln), sondern um ein Anschlagen des Schenkelhalses an der Hüftpfanne. Wenn der klinische Test klar auf diese Ursache hinweist kann oft mit einem Röntgenbild gezeigt werden, dass der Schenkelhals keine ordentliche Vertiefung (Taillierung) aufweist.                                                                                               Wenn auch andere Hüftprobleme wie Entzündungen, Knorpeldefekte oder Risse im Limbus (Knorpelring an der Hüftpfanne) nicht wahrscheinlich sind wird eine sogenannte Sprortlerhernie gesucht.                   Gibt es keinen  Hinweis auf eine Sportlerhernie oder auf eine Leistenhernie bleibt noch die Osteitis pubis und die Entesiopathie der Adduktoren. Bei der Osteitis pubis ist der Durckschmerz in der Symphyse (Verbindung der Schambeine) zu finden. Ist der  Druckschmerz weiter nach aussen lokalisiert wird die Adduktorenmuskulatur getestet. Ausser dem Druckschmerz am Usprung meist des längsten der Adduktorenmuskeln (M. adductor longus) kann der Schmerz ausgelöst werden durch abduzieren (Wegziehen des Beines) und durch adduzieren des Beines gegen Widerstand (Ziehen des festgehaltenen Beines gegen die Körpermitte). Die Dysfunktion der Adduktorenmuskeln findet sich häufig bei Fussballern. 

 Die Diagnose eine Osteitis pubis oder einer Entesiopathie eines Adduktorenmuskels kann gesichert werden mittels einer Spritze an den Ort der Schmerzentstehung. Die prompte Besserung der Beschwerden zeigt, dass die vermutete Schmerzursache richtig diagnostiziert worden ist. 

Lit."Adductor Related Groin Pain in Competitive Athletes", Journal of Bone and Joint Surgery Am. 89:2173-8 (2007) 

Es gibt zum Beispiel Rückenschmerzen (Kreuzschmerzen) beim Basketbball  

Die 1933 von Baastrup erstmals beschriebene Syndrom mit Schmerzen in der Lendenwirbelsäule entsteht wenn die Processus spinosi (Dornfortsätze) aufeinanderdrücken. Beim Baastrup Syndrom zeigt sich im Röntgenbild durch die Druckausübung eines Dornfortsatzes auf den anderen eine Sklerose (Verdichtung) des Knochens. Bei Sportlern ist in der Regel eine solche Knochenveränderung noch nicht vorhanden. Die Schmerzen werden bei Rückwärtsbeugen des Rückens zum Beispiel beim Ballwerfen im Volleyball so intensiv dass sie voher zum Arzt führen. Sie werden auf einer VAS-Skala (mit 0 kein Schmerz und 10 maximal vorstellbarer Schmerz) mit Stärke 4-6 bezeichnet.  Im Sitzen und bei Vorwärtsbeugen ist im Unterschied zur Diskushernie (Bandscheibenvorfall) wie auch im Liegen auf der rechten oder linken Seite kein Schmerz vorhanden. Beweisend für die kissing spinesi ist bei negativem Röntgenbild wenn der Schmerz auf eine Infiltration zwischen die Dornfortsätze verschwindet. Dies wird auch therapeutisch genutzt, da die Schmerzen auf Rheumamittel kaum ansprechen. Oft hat sich zwischen den Dornfortsätzen im Ligamentum interspinosum eine Bursa (Schleimbeutel) gebildet welcher auf Infiltration von Steroiden meist symptomlos wird. 

 Literatur:                                                                                                                                                                 M.J. De Palma et al „Interspinous bursitis in an athlete" J  Bone Joint Surg (Br) 2004;86B:1062-4

 

Es gibt zum Beispiel Trampolinverletzungen bei Kindern                                                                     Was ist zu beachten ?   

Das 1936 vom Zirkusakrobaten George Nissen erfundene Trampolin verursachte im Jahr 2003 in den USA  211 000 Verletzungen bei unter 19 - jährigen. Im Waterford Regional Hospital in Irland wurde nachgeforscht welche Verletzungen auftreten und wie Unfälle verhütet werden können.

Bei Kindern unter 16 Jahren wurden wegen einer Trampolinverletzung während der Sommerferienperiode 88 Kinder behandelt.  Folgende Verletzungen wurden festgestellt und mit Gips oder Operation behandelt:  

19 Radiusfrakturen (Speichenbruch)  

19 Radius und Ulnafrakturen (Vorderarmbruch)

12 Supracondyläre Frakturen (Oberarmbruch)

12 Tibia/Fibulafrakturen (Unterschenkelbruch)

9x Sprunggelenkverletzung, 7 x Ellenbogenverletzung, 4 x Oberarmverletzung, 4 x Handverletzung, 4 x Fussverletzung, 2 x Knieverletzung   

Nur 39 % der Unfälle sind beim Herunterfallen vom Trampolin passiert, aber in 83 % der Fälle befanden sich noch andere Kinder gleichzeitig auf dem Trampolin. Bei 39 % der Fälle verletzte sich das Kind wegen einem Zusammenstoss mit einem anderen Kind. 

Als Konsequenz sollte sich nie mehr  als ein Kind gleichzeitig auf dem Trampolin befinden !

Literatur:                                                                                                                                                                 C. Mc Dermott et al „Trampolin injuries in children“ J  Bone Joint Surg (Br) 2006;88B:796-8

 

Ich werde im Laufe der Zeit  

Ich werde im Laufe der Zeit noch  mehr typische Sportverletzungen beschreiben. Der Snowboarder wird gemäss meiner Erfahrung am ehesten die Schulter verletzen - es wird aber erst die Lage bei der Landung entscheiden ob doch eher das Knie, der  Fuss oder der Rücken verletzt wird. 

Sie finden auch Informationen über Sportverletzungen unter      ww.orthopaedie-zuerich.info


Update: 08. Februar 2008